Szintigraphie

Bei der Skelettszintigraphie handelt es sich um eine nicht-invasive und dabei sehr sensitive Technik, durch die es möglich ist, den aktuellen Knochenmetabolismus zu bestimmen.

Für die bildliche Darstellung des Knochensystems wird dieses durch radioaktives Technetium (Tc-99m), das an eine knochenaffine Trägersubstanz (Hydroxymethylendiphosphonat, HMDP) gekoppelt ist, markiert. Das Tc-99m ist ein künstliches Radioisotop mit einer Halbwertszeit von 6 Stunden. Durch die für radioaktive Stoffe sehr kurze Halbwertszeit, wird die Strahlung innerhalb von max. 3 Tagen gänzlich abgebaut. Den Pferden wird ca. 1 Gbq (Giga Becquerel) Technetium pro 100 kg Körpergewicht intravenös injiziert.

Die ausgesandte Strahlung wird außerhalb des Körpers durch eine Gammaszintillationskamera gemessen. Erkrankungen im Knochenstoffwechsel werden durch eine höhere Impulsrate bzw. durch eine intensivere Färbung bildlich dargestellt. Dies macht pathologische Prozesse wie Fissuren, Frakturen, Entwicklung zystoider Defekte, periostale Reaktionen, Insertionsdesmopathie oder Osteomyelitis aber auch physiologische Wachstumsprozesse sichtbar.

Als wichtige Indikationen für die Skelettszintigrafie haben sich in den letzten Jahren herausgestellt:

  • röntgenologisch nicht oder noch nicht darstellbare Erkrankungen, z.B. Fissuren / frühe Formen von Spat
  • Erkrankungen in Regionen, die röntgenologisch am stehenden Pferd nicht zu untersuchen sind, z.B. Hüftegelenk, Becken, Kreuzdarmbeingelenk
  • Lahmheiten unbekannten Ursprungs
  • Unrittigkeit ( Verdacht auf Genick-, Halswirbelsäulen-, Rückenbeschwerden)
  • Differenzierung von Erkrakungen im Huf
  • Darstellung von Zahnwurzel- und Kiefergelenkerkrankungen
    Die Vorteile der Untersuchung am stehen Pferd liegen in:
  • kein Narkoserisiko
  • Umlagerung in Narkose entfällt und dadurch Zeitersparnis
  • Geringere Kosten

Die Pferde müssen uns am Tag vor der szintigraphischen Untersuchung gebracht werden und im Anschluss drei Tage in der Klinik die radioaktive Strahlung abbauen.