Kolik

Kolik ist eine akute, höchst schmerzhafte Erkrankung des Pferdes mit teilweise dramatischem Verlauf. Unsere Klinik verfügt über eine mehr als 15 jährige Erfahrung in der konservativen und chirurgischen Behandlung von Kolikpatienten.

Der Begriff Kolik umschreibt lediglich einen Schmerzzustand im Bauchraum, wobei die Ursache dafür sehr vielfältig sein kann. Meistens sind es Probleme im Bereich des Darms (Verlagerungen, Verstopfungen, Verschlüsse, etc.), aber auch eine Magen-, Nieren- oder Blasenkolik kann den akut schmerzhaften Prozess auslösen.

Wenn dem Tierarzt die Kolikpatienten im Stall vorgestellt werden, werden zunächst eine Allgemein- und Rektaluntersuchung, sowie eine Sondierung des Magens durchgeführt. Sollte kein Anlass bestehen, den Patienten umgehend in die Klinik zu bringen, wird ein Therapieversuch mit schmerzstillenden und krampflösenden Medikamenten und wenn nötig Laxantien (Parafinöl) unternommen. In den meisten Fällen sprechen die Pferde gut darauf an. Sollte es innerhalb von vier bis sechs Stunden nicht zu erneuten Koliksymptomen kommen, kann das Problem als behoben angesehen werden. Dennoch sollte das Pferd für einen Tag gut überwacht werden, hungern und anschließend vorsichtig angefüttert werden.

Sollte sich nach der Untersuchung durch den Tierarzt ein Transport in die Klinik als nötig erweisen, ist es wichtig, dass Ihr Pferd telefonisch bei uns angemeldet wird. Wenn Ihr Pferd bei uns eintrifft, wird es umgehend in der Kolikintensivstation aufgenommen und einer ausführlichen Untersuchung unterzogen. Neben der erneuten Kontrolle des Allgemeinzustandes, einer rektalen Untersuchung und der Überprüfung des Mageninhaltes auf Reflux, werden auch weiterführende Diagnoseverfahren angewandt, wie beispielsweise

  • Blutuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraums
  • Bauchhöhlenpunktat

Nachdem die Befunde und Therapiemöglichkeiten ausführlich mit Ihnen besprochen wurden, wird umgehend die Behandlung eingeleitet.

Konservative Therapie

Meist werden die Kolikpatienten einer Infusionstherapie unterzogen. Diese unterstützt den Kreislauf und verbessert die Darmperistaltik. Unter stündlicher Überwachung der wichtigsten Blutparameter werden schmerzstillende, krampflösende oder wenn nötig peristaltikfördernde Medikamente verabreicht. Bei Obstipationen (Verstopfungen) werden Laxantien wie Parafinöl oder Glaubersalz über die Nasenschlundsonde gegeben. Zum Bewegen und Wälzen ist eine Halle direkt an den Intensivbereich angeschlossen. Sobald das Problem behoben ist, wird Ihr Pferd unter ständiger Kontrolle schonend angefüttert und kann, bei normalem Verlauf, nach zwei bis drei Tagen die Klinik gesund verlassen.

Kolikchirurgie

In einigen Fällen kann einem Kolikpatienten nur durch einen operativen Eingriff geholfen werden. Hierfür stehen in unserer Klinik Tag und Nacht ein moderner OP und ein spezialisiertes Team zur Verfügung.

Am Dickdarm (Colon) können Verlagerungen (z.B. Milz-Nierenband Verlagerungen), Torsionen, Obstipationen oder Aufgasungen durch Entgasung, Spülungen und manuelle Zurückverlagerungen des Darms behoben werden.

Am Blinddarm (Caecum) können ebenfalls Verlagerungen, Torsionen und Aufgasungen beseitigt werden.

Am Dünndarm (Duodenum, Jejunum, Ileum) werden die Probleme meistens durch Ileumobstipationen, Hernien, Volvulus, Lipoma pendulans, paralytischen Ileus und Inkarzerationen hervorgerufen. Der Dünndarm wird entleert und aus Positionen befreit, die die Blutzufuhr unterbinden. Sind Darmteile zu lange abgeschnürt, stirbt die Darmwand ab und der betroffene Darmabschnitt muss entfernt werden.

Nach allen Kolikoperationen werden die Pferde mit Infusionen, allgemeiner Antibiose, Entzündungshemmern und peristaltikfördernden Medikamenten versorgt. Alle wichtigen Blut- und Vitalparameter werden mehrere Tage lang kontrolliert. Die Patienten bleiben ca. zehn Tage in unserer Klinik, werden kontrolliert angefüttert und bewegt. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt werden die Pferde noch vier bis sechs Wochen ausschließlich an der Hand bewegt und die Futterration langsam gesteigert.