Chir­urgie

Unsere Klinik führt jähr­lich eine Viel­zahl an Opera­tionen durch. Nicht nur die chirurgi­schen Eingriffe selbst, sondern auch die Narkose und die Aufsteh­phase werden bei jedem Patienten mit größter Sorg­falt und modernster Technik durch­geführt.

Hierfür stehen ein großer OP und zwei gepolsterte Aufwach­boxen bereit. Neben den Routine-­Operat­ionen sind wir Tag und Nacht auf Not­fälle wie Koliker und Verletzung­en vorbereitet. Im Folgenden stellen wir Ihnen kurz die häufigsten Operationen in unserer Klinik vor. Für Fragen oder ausführliche Informations­gespräche zu den einzelnen Ein­griffen können Sie uns jederzeit telefonisch oder persönlich erreichen.

Für geplante Operation­en sollten die Patienten am Tag vor dem Eingriff in die Klinik gebracht werden um sich zu akklima­tisieren. Am Tag der Operation werden bei den Pferden eine gründliche Allgemein­untersuchung und eine Leukozyten­zählung durchgeführt, um die Narkose­fähigkeit zu überprüfen.

Kolik ist eine akute, höchst schmerz­hafte Erkrankung des Pferdes mit teilweise dramatischem Verlauf. Unsere Klinik verfügt über eine mehr als 15 jährige Erfahrung in der konservativen und chirurgischen Behandlung von Kolik­patienten.

Der Begriff Kolik umschreibt lediglich einen Schmerz­zustand im Bauch­raum, wobei die Ursache dafür sehr viel­fältig sein kann. Meistens sind es Probleme im Bereich des Darms (Verlagerungen, Verstopfungen, Verschlüsse, etc.), aber auch eine Magen-, Nieren- oder Blasen­kolik kann den akut schmerz­haften Prozess auslösen.

Wenn dem Tierarzt die Kolik­patienten im Stall vorgestellt werden, werden zunächst eine Allgemein- und Rektal­untersuchung, sowie eine Sondierung des Magens durchgeführt. Sollte kein Anlass bestehen, den Patienten umgehend in die Klinik zu bringen, wird ein Therapie­versuch mit schmerz­stillenden und krampf­lösenden Medikamenten und wenn nötig Laxantien (Parafinöl) unternommen. In den meisten Fällen sprechen die Pferde gut darauf an. Sollte es innerhalb von vier bis sechs Stunden nicht zu erneuten Kolik­symptomen kommen, kann das Problem als behoben angesehen werden. Den­noch sollte das Pferd für einen Tag gut überwacht werden, hungern und anschließend vorsichtig angefüttert werden.

Sollte sich nach der Untersuchung durch den Tierarzt ein Transport in die Klinik als nötig erweisen, ist es wichtig, dass Ihr Pferd telefonisch bei uns angemeldet wird. Wenn Ihr Pferd bei uns eintrifft, wird es umgehend in der Kolik­intensiv­station aufgenommen und einer ausführlichen Untersuchung unterzogen. Neben der erneuten Kontrolle des Allgemein­zustandes, einer rektalen Untersuchung und der Überprüfung des Magen­inhaltes auf Reflux, werden auch weiter­führende Diagnose­verfahren angewandt, wie beispiels­weise

  • Blut­untersuchung
  • Ultraschall­untersuchung des Bauch­raums
  • Bauch­höhlenp­unktat

Nachdem die Befunde und Therapie­möglichkeiten ausführlich mit Ihnen besprochen wurden, wird umgehend die Behandlung eingeleitet.

Konservative Therapie

Meist werden die Kolik­patienten einer Infusions­therapie unterzogen. Diese unterstützt den Kreislauf und verbessert die Darm­peristaltik. Unter stündlicher Überwachung der wichtigsten Blut­parameter werden schmerz­stillende, krampf­lösende oder wenn nötig peristaltik­fördernde Medikamente verabreicht. Bei Obsti­pationen (Verstopfungen) werden Laxantien wie Parafinöl oder Glaubersalz über die Nasenschlund­sonde gegeben. Zum Bewegen und Wälzen ist eine Halle direkt an den Intensiv­bereich angeschlossen. Sobald das Problem behoben ist, wird Ihr Pferd unter ständiger Kontrolle schonend angefüttert und kann, bei normalem Verlauf, nach zwei bis drei Tagen die Klinik gesund verlassen.

Kolik­chirurgie

In einigen Fällen kann einem Kolik­patienten nur durch einen operativen Eingriff geholfen werden. Hierfür stehen in unserer Klinik Tag und Nacht ein moderner OP und ein spezialisiertes Team zur Verfügung.

Am Dickdarm (Colon) können Verlagerungen (z.B. Milz-Nierenband Verlagerungen), Torsionen, Obstipationen oder Auf­gasungen durch Entgasung, Spülungen und manuelle Zurück­verlagerungen des Darms behoben werden.

Am Blind­darm (Caecum) können ebenfalls Verlagerungen, Torsionen und Auf­gasungen beseitigt werden.

Am Dünn­darm (Duodenum, Jejunum, Ileum) werden die Probleme meistens durch Ileumobsti­pationen, Hernien, Volvulus, Lipoma pendulans, paralytischen Ileus und Inkarzera­tionen hervorgerufen. Der Dünn­darm wird entleert und aus Positionen befreit, die die Blut­zufuhr unterbinden. Sind Darm­teile zu lange abgeschnürt, stirbt die Darm­wand ab und der betroffene Darm­abschnitt muss entfernt werden.

Nach allen Kolik­operationen werden die Pferde mit Infusionen, allgemeiner Antibiose, Entzündungs­hemmern und peristaltik­fördernden Medikamenten versorgt. Alle wichtigen Blut- und Vital­parameter werden mehrere Tage lang kontrolliert. Die Patienten bleiben ca. zehn Tage in unserer Klinik, werden kontrolliert angefüttert und bewegt. Im Anschluss an den Klinik­aufenthalt werden die Pferde noch vier bis sechs Wochen ausschließlich an der Hand bewegt und die Futterration langsam gesteigert.

Die Arthroskopie ist eine minimalinvasive diagnostische und therapeutische Operations­methode und zählt in der Pferde­medizin zu den Routine­eingriffen.

Minimalinvasiv bedeutet, dass wir durch moderne Technik nur sehr kleine Haut­schnitte (ca. 5mm) benötigen und trotzdem schwer zugängliche Bereiche operieren können. Dadurch verringern wir das Risiko für Blutungen oder Infektionen und verkürzen zugleich die Heilungs­phase. Mittels spezieller Optiken geht man ins Gelenk ein und kann dann das Operations­feld auf einem Monitor vergrößert betrachten. Meistens wird die Arthros­kopie bei der Entfernung von Knorpel- und Knochen­fragmenten, sowie bei Gelenk­spülungen angewandt.

Die technische Aus­rüstung ermöglicht uns das gleiche Vorgehen bei Sehnen­scheiden und Schleim­beuteln.

Die Kastration des Hengstes zählt zu den häufigsten Operationen beim Pferd. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es das Beste ist, die Hengste mit einer kurzen Injektions­narkose abzulegen.

Wir führen die sogenannte „bedeckte“ Kastration durch, hierbei wird durch Quetschung und Ligatur des Samen­stranges mit darüber liegendem Processus vaginalis eine Nach­blutung verhindert und der Zugang zur Bauch­höhle bleibt verschlossen.

Die Pferde bleiben anschließend maximal zwei Tage in der Klinik, werden antibiotisch versorgt und nach­untersucht. Nach einigen Tagen kontrollierter Schritt­bewegung kann wieder mit der Arbeit begonnen werden.

Auf Wunsch führen wir Kastrationen auch bei Ihnen im Stall durch.

Griffelbeine sind sehr dünne Knochen, die innen und außen dem Röhrbein anliegen. Da sie äußeren Einwirkung­en relativ schutzlos ausgeliefert sind, kommt es verhältnis­mäßig häufig zu Frakturen oder Überbeinen.

Knochenhautreaktionen und entstehende Überbeine an den Fraktur­stellen führen zu Irritat­ionen am Fessel­träger, und somit oftmals zu lang­anhaltenden Lahm­heiten. Daher empfiehlt es sich, frühzeitig das Fragment chirurgisch zu entfernen. Dadurch wird gewährleistet, dass die Pferde nach kurzer Ruhephase (ca. 4-6 Wochen) wieder belastet werden können. Nur sehr selten kommt es zu Frakturen im oberen Bereich der Griffel­beine, welche eine Fixation durch spezielle Schrauben und Platten nötig machen

Kehlkopf­pfeiffer­operation

Beim Kehlkopf­pfeiffen handelt es sich um eine meist einseitige Lähmung des Nervus laryngeus recurrens. Die Lähmung führt zu einer Atrophie (Verkümmerung) der Kehlkopf­muskulatur und damit zum Einsinken des Stell­knorpels in das Kehl­kopflumen und zur Erschlaffung der Stimm­falte. Klinisch wird das Kehlkopf­pfeiffen durch ein typisches inspiratorisches Atem­geräusch charakterisiert. Je nach Schwere­grad der Lähmung kommt es durch mangelhafte Sauerstoff­versorgung auch zu einer deutlich verminderten Leistungs­bereitschaft, welche die sportliche Nutz­barkeit erheblich einschränkt.

Die bei uns angewandte Operations­technik gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten Schritt wird unter Vollnarkose in Seitenlage der Kehlkopf frei präpariert, dann wird mit Hilfe eines Fadens der Stell­knorpel in einer Position fixiert, in der er das Lumen nicht mehr einengt. Anschließend wird die Wunde durch eine Unterhaut- und Hautnaht verschlossen. Im zweiten Schritt wird das Pferd in Rückenlage gebracht und der Kehlkopf eröffnet (Laryngotomie), um die gelähmte Stimm­tasche, welche aus einer Schleimhaut­falte besteht, zu entfernen. Da diese Wunde über den eröffneten Kehlkopf mit der unsterilen Maul­höhle verbunden ist, bleibt sie offen und verheilt komplikations­los innerhalb von zwei Wochen.

Kopper-Operation

Das Koppen wird als eine Unart des Pferdes angesehen und führt neben einer oftmals erhöhten Kolik­anfälligkeit auch zu Problemen bei einem eventuellen Verkauf des Pferdes. Bei der Kopper-Operation wird an der Unter­seite des Halses ein Teil des Muskels entfernt (Myektomie), der den Mechanismus des Koppens auslöst. Kombiniert wird dies zusätzlich mit einer Neurektomie (Nerven­schnitt) des den betreffenden Muskel versorgenden Nerven. Nach zehn Tagen können die Haut­fäden entfernt und das Training wieder aufgenommen werden.

Ein Knochen­bruch muss heute nicht mehr automatisch das Ende für ein Pferd bedeuten. Durch moderne Osteo­synthese haben wir die Möglich­keit Frakturen und Fissuren mit Schrauben und Platten, unter Röntgen­kontrolle, wieder in richtiger Position zu fixieren.

Am häufigsten sind das Fesselbein, Röhrbein, der Ellenbogen, Kiefer und Schädel­knochen von Knochen­brüchen betroffen. Wenn möglich, wird die betroffene Glied­maße durch einen leichten Cast-Gips für mehrere Wochen ruhig gestellt, bevor wieder mit leichter Bewegung an der Hand begonnen wird. Viele Pferde können nach einem guten Heilungs­verlauf wieder im Sport geritten werden.

Das Fesselring­band fixiert auf Höhe der Gleichbeine die Beuge­sehnen und die Sehnen­scheide. Durch Entzündungs­prozesse kann das Fesselring­band anschwellen und die darunter liegenden Strukturen einengen.

Die dadurch hervor­gerufene, mangelnde Durch­blutung schädigt die Gleich­beine und die Beuge­sehnen. Zudem kommt es meistens auch zu entzündlichen Reaktionen in der Sehnen­scheide und so zu Verklebungen mit dem Rin­gband. Durch Ultra­schall- und Röntgen­untersuchung kann der Schwere­grad der Erkrankung gut diagnosti­ziert werden. Die besten Heilungs­chancen haben die Pferde nach der operativen Durch­trennung des Fessel­ringbandes. Nach der Operation haben alle komprimierten Strukturen durch bessere Durch­blutung die Möglichkeit zur Heilung. Bei entzündlichen Prozessen der Sehnen­scheide kann zusätzlich eine Spülung vorgenommen werden.

Chronische Lahmheiten, die ihren Ursprung im Bereich des Hufes haben, können manchmal nur durch einen Nerven­schnitt behoben werden. Der häufigste Grund ist die Hufrollen-Erkrankung (Podotrochlose).

Beim Nerven­schnitt werden unter Voll­narkose die Nerven (N. digitales palmares) innen und außen unterhalb des Fessel­gelenks auf einer Länge von ca. 10cm entnommen. Dies ist nötig, damit die Nerven­enden nach der OP nicht wieder miteinander verwachsen. Die Operation wird in der Regel beidseits durchgeführt. Anschließend werden die Hautschnitte durch eine Naht verschlossen und ein steriler Verband angelegt. Die Pferde müssen eine drei wöchige Boxen­ruhe einhalten, um einer Ent­zündung des Nerven­stumpfes vorzubeugen. Danach kann mit leichter Bewegung an der Hand begonnen werden

Wir bieten in unserer Klinik verschiedene Operationen am Sehnen­gewebe an, im Folgenden stellen wir kurz die häufigsten Methoden vor.

Fasziotomie

Schäden am Fessel­träger­ursprung der Hinter­gliedmaße verheilen oft schlecht, weil dieser durch eine darüber liegende Faszie eingeengt wird. Nach operativer Durch­trennung der Faszie wird die Durch­blutung deutlich verbessert und so die Heilung ermöglicht.

Unterstützungs­banddesmotomie

Für einen angeborenen Bockhuf oder erworbenen Sehnen­stelzfuß ist eine Verkürzung der tiefen Beuge­sehne verantwortlich. Das Unterstützungs­band hat seinen Ursprung an den Karpal­knochen und setzt an der tiefen Beuge­sehne an. Durchtrennt man es, verlängert sich automatisch die Sehnen­strecke der tiefen Beuge­sehne und begradigt so die Zehen­achse. Im Anschluss an die Operation muss die Therapie durch unterstützende Verbände und orthopädische Beschläge vervoll­ständigt werden.

Sehnen­splitting

Das Sehnen­splitting wird zur Verbesserung der Durch­blutung und damit zur besseren Heilung bei lang­anhaltenden Sehnen­entzündungen, vor allem des Fessel­trägers, durchgeführt. Hierfür wird die entsprechende Sehne in Längs­richtung partiell durchtrennt.

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